Obwohl ich in den letzten Jahren vorwiegend abstrakte oder nahezu
fotorealistische Bilder male, kehre ich doch immer wieder zur figurativen
Malerei zurück. Allerdings nicht ohne sie dann mit Techniken zu
vermischen die ich auch bei meinen abstakten Arbeiten verwende,
wie Grattagen, Frottagen und Auswaschungen.

Bewusst male ich meist Akte ohne Köpfe, also Ausschnitte, die
sozusagen eine Endindividualisierung bezwecken sollen.
Neckische Zeitgenossen vermuten hingegen, ich würde mich halt
aufs Wesentliche konzentrieren.
Ich dagegen beabsichtige damit lediglich, nicht eine bestimmte Frau
darzustellen, sondern vielmehr die Frau an sich.
Diese Betrachtung hat oft auch noch einen kleinen voyeuristischen
Aspekt, im Sinne vom "Blick durchs Schlüsselloch". Also keine Pose in
dem Sinne sondern die Körperhaltung eines sich nicht beobachtet
fühlendes Individuums.

Einige meiner Bilder erinnern auch ein wenig an Comic Zeichnungen,
ebenfalls ein bisschen an die heutige Bildsprache der Reklame.


Die Serie "Gedanken an Egon" entstand einfach nur nach Egon Schieles
Bild "Liegender weibliche Akt mit gespreizten Beinen von 1914".
Ausgangspunkt hier war die Position des Modells auf Schieles Bild,
dessen Grundlage ja die klassische Dreiecksform ist, in diesem Fall sogar
verdoppelt, zum Einen durch das Rot der Brustspitzen und des Mundes,
zum Anderen durch die gespreizten Beine.

Diese Position stellte sich allerdings für das Modell als sehr
unbequem und ermüdend heraus, was durch das Abstützen des Rückens
und des Nackens durch eine Decke noch verstärkt wurde und somit
eigentlich unnatürlich ist.

Bei den folgenden Arbeiten wurde die Dreiecksform nicht einfach
missachtet, jedoch durch die Anregung an das Modell, sich einfach fallen
zu lassen und es sich bequemer zu machen, nicht mehr so wichtig genommen.

Herausgekommen sind Bilder mit sehr ungekünstelten Körperhaltungen.

 
Zurück
zur "Aktmalerei"